international arts project
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Depot Dortmund Germany 2006
 

Medienspiegel

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21.06.2006 RUHR NACHRICHTEN

Schlafen im Kunstwerk

   


"dormART" im Depot wird gut genutzt / Junge Schweizerin buchte koreanischen Raum

"Das Zimmer von Frau K. - modell dortmund", das Barbara Frieß und Adi Hösle in der Ausstellung "dormART" im Depot wie ein gutes, altes "Elternschlafzimmer" eingerichtet haben, wird besonders gern genommen. Rund 50 Buchungen gab es schon für die künstlerisch gestalteten Schlaf-Parzellen in der originellen Ausstellung im ehemaligen Straßenbahndepot.
Als wir gestern dem von internationalen Künstlern eingerichteten "Hotel" zu nicht allzu früher Stunde, einen Besuch abstatten - man wollte ja den elf Schweizer Gästen nach der verdienten Siegesfeier erst einmal Ruhe gönnen, bestätigten sie die ihnen nachgesagten Eigenschaften: pflichtbewusst, fleißig und nett. Letzteres erfuhr man nicht nur durch die gut gelaunten, friedlichen Fans in der ganzen City, sondern besonders auch durch Petra Hager
(30). Die Konditorin aus Zürich war der einzige Gast, den wir im Depot antrafen. Ihre Landsleute gönnten sich keinen Müßiggang und waren schon alle unterwegs.
Fußball und Reisen
Auch Petra Hager hatte ihr Schlafzimmer, die Rauninstallation "zzimzilbang I" des Koreaners Byungwang Cho geräumt und wollte gerade zur U-Bahn. In dem schlichten Kunstraum, der auf der speziellen Art und Philosophie einer koreanischen Sauna basiert, habe sie wunderbar geschlafen. Die gedämpft
leuchtenden roten und blauen Acrylstreifen habe sie ausgemacht, und um eine Matratze für die hölzerne Liegestatt habe sie gebeten.
Dass so viele Menschen beieinander waren und es absolut friedlich zuging, hat sie besonders beeindruckt. Auch im Depot ging es nach dem spannenden Fußballspiel ruhig zu. "Ich war nach der Reise und der Anspannung so müde,
dass ich schon früh zurückgegangen bin," sagt sie.
Übertrieben kunstinteressiert sei sie nicht. Von der "dormART" - Ausstellung und der ungewöhnlichen Schlafmöglichkeit hat sie übers Internet erfahren. Und dann haben ihr die Ausstellung und die Atmosphäre gut gefallen. In einer "Tulip Redbox" ganz in rot, in einem putzigen
Wohnwagen oder im Baumhaus kann man dort schlafen. Petra Hager hat der einfache,offene Raum des Koreaners am besten gefallen und sich darin für die weitere Fahrt erholt. Sie und ihre Schwester, die mit ihrem Freund in Witten übernachtet, verbinden Fußball und Reisen.
Ihr nächstes Ziel ist Hannover und das dortige Spiel. Dem Gastgeberland macht sie ein schönes Kompliment: "Ich fühle mich willkommen geheißen". Und gut gefallen hat ihr auch, dass ihre Landsleute die Mannschaft aus Togo genauso freundlich empfangen haben wie die eigene. S.K.
Depot, Immermannstrasse 39:
"dormART"bis 9.7; (tägl- von 14 bis 20 Uhr).
Wer in der Ausstellung wohnen
möchte, kann sich informieren
und buchen unter Tel. 9 52 99 77.
Übernachtung und Frühstück kos-
ten 80 bis 95 Euro pro Tag.
>> www-ruhgebiet.de
>> www.dormART.de

 

dormART, ein Projekt. Kuratoren: Bärbel Thier - Jaspert / Christian Psyk